Ein NWZ-Artikel von Prof. Dr. D. Kassner:
"Gemäß ihrem Motto „Erleben, wie der Wald tickt“ lud das Forstamt Göppingen zusammen mit „Forstbezirk Schurwald von Forst Baden-Württemberg“ und der „Schutzgemeinschaft Deutscher Wald - Kreisverband Göppingen“ Schulkinder von den Klassen eins bis sechs zu einem ganz besonderen Ferienerlebnis ein. Mit einem Waldabenteuer auf der Basis der „Waldpädagogik“ konnten sie an mehreren Stationen spielerisch das Wissen und das Bewusstsein für die Belange des Waldes und der Forstwirtschaft erwerben. Hierzu wurden 30 erwartungsvolle Kinder von ausgesprochenen Forst-Fachleuten auf dem Wanderparkplatz Hörnlesweg im Bad Boller Wald begrüßt. Die Organisation lag in den Händen von Diana Tröger, der stellvertretenden Amtsleiterin vom Forstamt Göppingen.
Gleich die erste Station versprach eine große Herausforderung. Die Kinder sollten an zwei Bäumen hochklettern, um zu erfahren, wie der Förster arbeiten muss um die Bäume zu pflegen, wie es Erich Staib, dessen 12-jährige Nichte Lia eigens von Friedrichshafen angereist war, anschaulich erklärte. Die meisten Kinder waren sehr mutig und nahmen die luftige Herausforderung an, um bis zum Ende einer 20 Meter langen Strickleiter zu klettern, natürlich immer gesichert vom Forstwirt Cornelius Lang vom Forstbezirk Schurwald. Auch das etwas weniger spektakuläre Baumklettern an einem Trainingsparcours konnten die Kinder auswählen.
Die zweite Station war in drei Themenbereiche aufgeteilt: Zunächst stellten die Kinder unter der Anleitung von Dr. Fischbach mit entsprechender Aufstellung den Aufbau eines Baumes nach. Auf dem Waldweg wurde ein Baum von der Wurzel bis zur Krone mit Ästen dargestellt, um mit dem „Fotosynthesespiel“ anschaulich den Weg des Wassers im Baum darzustellen. Zwei Gruppen mussten in Form eines Staffellaufs mit einer Spritze möglichst viel Wasser von der Wurzel bis zur Baumkrone transportieren, wo es in der richtigen Pflanze mit Kohlenstoffdioxid und Sonnenlicht in Glukose und Sauerstoff umgewandelt wird. Ein wunderbares Beispiel für spielerisches Lernen, das die Kinder sicherlich nicht so schnell vergessen werden. Im dritten Teil der zweiten Station durfte jedes Kind nach einer fachkundigen Erklärung des Forstwirtsmeisters Martin Schöllkopf einen Baum pflanzen und diesen mit einer Plastikhülle vor Wildverbiss schützen. Vielleicht werden sie ja einmal als Erwachsene „ihren“ Baum besuchen, zu dem sie durch das eigenhändige Pflanzen wohl eine ganz besondere Beziehung haben. Verschiedene Baumsorten wie Wildapfel, Wildbirne, Vogelbeere, Elsbeere, Vogelkirschen und Speierling sollen später ein besonders schönes Bild für die Waldbesucher abgeben und dabei mit ihren Früchten noch Delikatessen für die Tiere sein.
In der dritten Station durften die Kinder ihren eigenen Stock schnitzen, den sie für das abschließende „Stockbrotgrillen“ benötigten. Aufgrund der Initiative vom Vorstand der „Schutzgemeinschaft Deutscher Wald - Kreisverband Göppingen“ wurde noch eine „Mehlbeere“ gepflanzt. Der Kreisvorsitzende der Schutzgemeinschaft und Bürgermeister der Gemeinde Salach Dennis Eberle, der Bürgermeister von Bad Boll Hans-Rudi Bührle, Diana Tröger und Dr. Fischbach trugen mit ihren forstwirtschaftlichen Kompetenzen dazu bei, dass der Baum des Jahres 2024 sicherlich gut anwächst und prächtig gedeihen wird."
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