Das Bergkronwicken-Widderchen (Zygaena fausta) ist ein Schmetterling, genauer ein Nachtfalter, der in Baden Württemberg nur an wenigen Bereichen der Schwäbischen Alb und im Main-Tauber-Gebiet zu finden ist. Die Futterpflanze der Raupen, die namensgebende Bergkronwicke, braucht kalkhaltige Böden, Wärme und viel Licht. Dieser Verantwortung bewusst, lichtet das Forstamt Göppingen passende Waldareale auf und bietet licht- und wärmeliebenden Waldbewohnern neue Lebensräume.
Die endemische Unterart
suevica kommt ausschließlich auf der Schwäbischen Alb vor, weshalb der Landkreis Göppingen entscheidend zum Erhalt dieser unscheinbaren Falter beitragen möchte. Das Mittel hierzu sind lichte Wälder, wie sie in Reichenbach im Täle, Bad Ditzenbach und Gosbach umgesetzt wurden. Darüber hinaus werden breite, besonnte Wegsäume, Traufkanten oder ehemalige Steinbrüche besiedelt. Kleine Bereich reichen aus, um die Bergkronwicke wachsen zu lassen und Habitate miteinander zu verbinden, sogenannte Trittsteine. Das Lichtwaldprojekt fördert dabei automatisch auch weitere Schmetterlings- und Insektenarten, die hier ihre Nische finden. Darunter fallen zum Beispiel die ebenfalls seltenen Schmetterlingsarten Blauschwarzer Eisvogel (Limenitis reducta), das Platterbsen-Widderchen (Zygaena osterodensis) und das Elegans-Widderchen (Zygaena angelicae ssp. elegans). Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt durch die Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg.
Neben der essentiellen Bergkronwicke als Futterpflanze für die Raupen sind auch die Nahrungspflanzen für die Imagos, die geschlechtsreifen Schmetterlinge, von Bedeutung. Dabei spielen der Wilde Majoran, Witwenblumen und verschiedene Kratzdistelarten eine große Rolle. Die seltene Bergkronwicke wurde über Saatgut in die Flächen gebracht.
Im Landkreis Göppingen ist Naturschutz im Wald Teil der regulären Forstwirtschaft. Holzernte und ökonomische Waldnutzung schließen ökologische Ziele und den Erhalt einer artenreichen und intakten Natur nicht aus. Im Gegenteil beweisen große und kleine Projekte die Vereinbarkeit. Im Landkreis werden auch immer mehr Flächen für historische Waldnutzungsformen zur Verfügung gestellt. Seien es Hutewälder, die mit Schafen und Rindern beweidet werden, oder Agroforstsysteme wie der Gosbacher Hackwald. Ein Ausflug lohnt sich. Genaueres zu alten Waldnutzungsformen und deren Gewinn für die Artenvielfalt finden Sie auf der Homepage des Forstamts Göppingen.
Weitere Infos zum Bergkronwickenwidderchen finden Sie auf der
Homepage der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Freiburg
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