Lili Boulanger
D’un matin de printemps
Camille Saint-Saëns
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 5 F-Dur op. 103 »Ägyptisches Konzert«
Grażyna Bacewicz
Sinfonie Nr. 4
Maurice Ravel
Boléro
Roman Borisov Klavier
hr-Sinfonieorchester
Roberto González-Monjas Dirigent
Kairo, Luxor – und ein Nildampfer. Camille Saint-Saëns’ fünftes Klavierkonzert entstand 1896 auf einer Orientreise und trägt nicht zufällig den Beinamen »Ägyptisches Konzert«. Der zweite Satz geht auf ein Liebeslied der Schiffer zurück, das der Komponist vom Deck aus hörte; im Finale klingt das Stampfen aus dem Maschinenraum nach. Exotisch gefärbte Skalen und rhythmische Anklänge an außereuropäische Musik prägen das Werk, das diese Einflüsse meisterhaft mit den vertrauten Elementen europäischer Kunstmusik verbindet. Roman Borisov, von der Presse als »eine der großen Hoffnungen der aktuellen Klavierszene« bezeichnet, bringt dafür die nötige technische Souveränität und stilistische Offenheit mit. An seiner Seite gibt das hr-Sinfonieorchester unter Roberto González-Monjas sein Debüt im Forum am Schlosspark – ein Klangkörper mit großer Rundfunktradition, der für musikalische Exzellenz ebenso wie für ein vielseitiges Repertoire steht.
Das zeigen auch die übrigen Werke des Abends, die den Blick zwischen Frankreich und Polen öffnen und dabei zwei Komponistinnen in den Fokus rücken. Lili Boulangers »D’un matin de printemps« lebt von einer flirrenden, bewegten Klangsprache, deren raffinierte Instrumentation bereits an Maurice Ravel denken lässt. Dessen weltberühmter »Boléro« beschließt den Abend mit seinem unerbittlich sich steigernden Rhythmus. Dazwischen erklingt mit Grażyna Bacewicz’ Vierter Sinfonie ein hierzulande noch wenig bekanntes Werk: 1953 entstanden, klanglich reich und von markanten Gesten geprägt, zählt es zu den bedeutenden Beiträgen der polnischen Sinfonik des 20. Jahrhunderts.
EINFÜHRUNG 18.20 Uhr
