Schutz vor extremer Hitze in der Stadt

Im Sommer war die Wärmebelastung in Ludwigsburg wieder hoch, besonders in den dicht bebauten Bereichen und in vielen öffentlichen Einrichtungen, auch in Kitas und Schulen. Was die Stadtverwaltung tut, um die Menschen besser zu schützen.

Thermometer vor Himmel mit Sonne.
Temperaturen von zum Teil über 40 Grad Celsius stellen Menschen, Einrichtungen und Kommunen vor besondere Herausforderungen. (Foto: Adobe Stock/Thaut Images)

Wer bei glühender Hitze im Juli über den Marktplatz gelaufen ist oder in der Nacht bei hohen Temperaturen nicht schlafen konnte, kann es bestätigen: Die Monate von Juni bis August waren in diesem Jahr heißer als der Durchschnitt in unseren Breitengraden. „Solche Hitzeperioden werden nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel sein“, sagt Oberbürgermeister Dr. Matthias Knecht. „Darauf müssen wir uns einstellen.“

Den Hitzeschutz hat er jetzt zur Chefsache erklärt, und die Stadtverwaltung hat ein ganzes Bündel an Maßnahmen für die nächsten Sommer geplant. Drei Arbeitsgruppen wurden eingerichtet, die sich mit Kitas und Schulen, städtischen Gebäuden und öffentlichem Raum befassen: „Wir müssen vor allem in diesen drei Bereichen den Hitzeschutz nachhaltig voranbringen. Dazu schlagen wir dem Gemeinderat bei der Beratung des Haushalts ein Investitionsprogramm vor“, so Knecht. Darin würden schnelle Verbesserungen wie Rollos oder Sonnensegel für Betreuungseinrichtungen genauso enthalten sein wie neue Bäume, Bänke im Schatten und weitere Trink- oder Kühlbrunnen, Wasserzerstäuber und größere bauliche Maßnahmen, die für Schatten und Abkühlung sorgen.

Vor allem kleine Kinder seien bei der Hitze schutzbedürftig, erklärt der OB. „Deshalb haben wir für zwei besonders betroffene Kitas kurzfristig Kühlsysteme eingeplant. Unser Hitzeschutzkonzept geht aber weiter und umfasst auch Handlungsempfehlungen für Erziehende im Umgang mit hohen Temperaturen. Der Schutz vulnerabler Gruppen wie Kinder bis ins Grundschulalter und Menschen über 80 Jahre hat dabei oberste Priorität.“

Bereits zahlreiche Maßnahmen für den Hitzeschutz

Mit finanzieller Unterstützung des Landes setzt die Stadt auf mehr Grün und gezielte Hitzevorsorge. Das Klimaanpassungskonzept von 2016 wird 2027 fortgeschrieben. Ludwigsburg habe in den vergangenen Jahren viele Millionen Euro in den Hitzeschutz investiert, berichtet OB Knecht. „Die Entsiegelung des Arsenalplatzes ist ein gutes Beispiel, ebenso die sechs Trinkbrunnen und die Aktion ‚Kühle Orte‘ im Stadtgebiet. In der Innenstadt sind noch mehr Grünflächen, Parks und Plätze entstanden, viele neue Bäume wurden gepflanzt. Beispiele dafür sind der Walckerpark und der Ehrenhof am Rathaus oder aktuell der Platz vor der Kreissparkasse. Auch in den Stadtteilen entstehen neue Grünflächen und Schattenorte, etwa der Stadtteilpark im Fuchshof. Entsiegelung und wasserdurchlässige Beläge unterstützen an vielen Stellen die Aufnahme von Regenwasser und sorgen für Abkühlung.“

Die Stadtverwaltung arbeitet darüber hinaus gemeinsam mit dem Landkreis an der Klimaanpassung und wirkt am landkreisweiten Hitzeaktionsplan mit. Dabei sensibilisieren Informationskampagnen, Aktionstage und Hitzewarnungen die Bevölkerung. Weitere Maßnahmen sind noch in Planung, etwa die Beschattung des Rathaushofes. Für den weiten Marktplatz will die Verwaltung mit dem Gemeinderat über zusätzliche Bäume um den Brunnen und Bäume mit größerer Krone an den Rändern sprechen. Für besonders belastete Gebäude der Stadt soll in den nächsten Jahren schrittweise ein Hitzeschutz umgesetzt werden.

Warnung vor Panikmache

„Wir können uns nicht zurücklehnen. Der Hitzeschutz ist kein Projekt, das in einem Jahr erledigt ist“, stellt OB Knecht fest. „Nichtsdestotrotz warne ich vor Panikmache, wir benötigen für diese Herausforderung insgesamt mittel- und langfristige Lösungen. Hier braucht es Realismus: Wir können uns keine Zeit lassen, aber auch nicht schnell nachholen, was in Jahrzehnten nicht geschehen ist.“

Jede Menge Tipps zur Abkühlung in Ludwigsburg sowie Informationen über Projekte und Analysen der Stadt rund um das Thema Hitzeschutz gibt es auf www.ludwigsburg.de/hitze. (Clemens Flach)

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